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Theatergeschichte in Flaurling:
Wie überall auf der Welt wo es Menschen gibt, wurde immer wieder Theater gespielt, so
ganz sicher auch in der Siedlung „Flurlinga“. Später, als die Menschen vermehrt mit
schriftlichen Aufzeichnungen begannen, wurde die Nachwelt auf die uralten
menschlichen Bedürfnisse des „Theaterspielens“ aufmerksam. Es tauchten mystische
Sagen und Spiele auf, in den ländlichen Räumen wurden vorwiegend Religionsbezogene
Spiele von Klöstern ausgehend, aufgeführt. Die mittelalterlichen Nikolausspiele zum
Beispiel oder die bis in die heutige Zeit berühmten Passionsspiele beherrschten den
ländlichen Spielplan, im städtischen Raum gab es auf den Höfen die ersten Opern und
Operetten.
So wird es bestimmt auch in Flaurling solche Spiele gegeben haben, es sind uns
wahrscheinlich schriftliche Aufzeichnungen dazu in uralten Pfarrbüchern verborgen
geblieben.  So müssen wir uns mit einer relativ „Jungen“ Theatertraditon in Flaurling
begnügen.  
Deshalb lassen wir unsere verlässliche Theatertradition mit den ersten Zeitungsartikeln
im Jahre 1930 beginnen.  Im Volksboten vom 22. Mai 1930 findet man unter anderem
auch einen lieben Bericht über ein Theaterstück in Flaurling:
Dies ist ein verlässlicher Hinweis auf das Flaurlinger Theaterspiel.  Im Folgenden finden
wir noch alte Fotos von Weihnachtsspielen und auch Passionsspielen. Mit Kriegsbeginn
verschwinden wieder einmal alle Hinweise auf Spieltätigkeit.  Das von Dekan Schwarz
erbaute Vereinshaus wurde in den Kriegsjahren als Wohnstätte für Kriegsgefangene
Arbeiter umfunktioniert.  Als 1946 Dekan Schwarz als Dekan seinen Ruhestand antrat,
bis dahin war der Sitz des Dekans bekanntlich in Flaurling erst ab 1946 wird Telfs
Dekanatssitz, und Pfarrer Wilhelm Hammerle als Seelsorger in Flaurling begann, kam
auch das Theaterspielen in Flaurling wieder auf. Pfarrer Hammerle war ein eifriger
Theatermensch und gründete wenige Wochen nach seinem Amtsantritt einen
Theaterverein, dem er als Spieleiter auch angehörte. Erster Obmann war Alois Hellbert
(Kapitler), Bühnenmeister war Alois Strigl (Schmieds Luisele), Karl Seelos (Sonneler)
war Kassier, Eduard Hellbert (Jochls Edi)  war für die musikalische Leitung
verantwortlich und Hans Müller (Knecht beim Wirt) organisiert seine Schuhplattler und
andere musikalische Einlagen. Als erste Stück wurde im September 1946 Reimichls   
„s`Trauringl“  mit viel Begeisterung und Einsatz aller Beteiligten vier mal aufgeführt.
7 Jahre ging nun ein überaus bewegtes Theaterleben in Flaurling über die Bühne, auch
Klassiker wie „Die   Räuber  vom  Glockenhof“ wurden gespielt. Die  Bühnenausstattung im Vereinshaus wurde immer wieder erneuert und auf
den technisch letzten Stand gebracht. Kulissen wurden angefertigt, es herrschte sehr reger Theaterbetrieb.  Als Kulissenmaler, Techniker,
Schlosser, hervorragender Schauspieler und Musikant tat sich besonders der Tausendsassa Olaf Hesse hervor. Zur dortigen Zeit standen
ungefähr 25 aktive Spieler zur Verfügung.
Als im Jahre 1952 der kranke Pfarrer sein Theatergeschehen aufgab und im Frühjahr 1953 starb, starb auch das Theaterleben in Flaurling
wieder !
Und so blieb es auch, bis sich Engelbert Kaneider nach der Gründung des Kulturvereines Flaurling ein Herz nahm und den „Theaterfrosch“ im
Jahre 2009 wieder „wachküsste“.
Zuerst holte er sich mit drei beherzten Männern die sehr verstaubten „Kulissenleichen“ vom Dachboden des inzwischen baufällig gewordenen
Vereinshauses, entstaubte diese mit Hilfe eines Kompressors und Mundschutz einigermaßen und hauchte damit diesen 60 Jahre alten
Zeitzeugen wieder ein bisschen Leben ein.
Im November 2009 starteten dann die ersten Vorbereitungen für ein neues Theaterleben in Flaurling, es wurde eine Sektion „Kanzingbühne“ im
KV. Flaurling gegründet, die Mitgliedschaft zum Tiroler Theaterverband getätigt und das erste Theaterstück vom Sektionsleiter Engelbert
Kaneider ausgesucht. Seine Wahl fiel mit Hilde Eppensteiner und ihrem Stück „Oh Schreck, die Tant“ auf eine Tiroler Autorin. Die Proben dazu
begannen im April 2010.
 Es stellte  sich aber auf Grund verschiedener Mitglieder und Spielermeinungen bald heraus,  dass es besser wäre, einen eigenen Verein zu
gründen. Also entschloss man sich auch im Einverständnis mit dem Kulturverein Flaurling, die Trennung „Einvernehmlich“ durch zu führen.
Im August 2010 wurde dann der Verein „Kanzingbühne Flaurling“  offiziell gegründet.
Seither wallt in Flaurling wieder Theaterblut durch die Körper der Komödianten !
Aus dem Volksboten v. 1930
Aus der Aufführung 2010
Kontakt: Engelbert Kaneider/ engelbert.kaneider@gmx.at 
Willkommen auf der Homepage der Kanzingbühne Flaurling