Flaurling
Das Risschloss
Beim "Müller"
Die "Mair Mühle"
Die Pfarrkirche
Beim "Mugeler"
Beim "Schlössler"
"Goldener Adler"
Der Kalvarienberg
Das alte E-Werk
Beim "Rangger"
Das Mesnerhaus
Beim "Jaggeler"
Beim "Mötzer"
Ein Dorfbrunnen



Flaurling

... liegt im mittleren Oberinntal zw. Innsbruck und Telfs an der alten Salzstraße und ist seit einigen Jahren Jakobsweggemeinde. Es ist ein typisches Tiroler Dorf mit bäuerlicher Prägung.
Der von Bajuwaren besiedelte Ort wurde bereits 763 n.Chr. als „Flurininga“ in einer Schenkungsurkunde erstmals erwähnt. Seine reichhaltige Geschichte, die verbunden ist mit tirolischer, österreichischer und europäischer Geschichte, kann bei diesem Rundgang eindrucksvoll erlebt werden.
Wichtige Spuren hinterließen im Dorf die wirtschaftlichen Gegebenheiten, wie die Salzniederlage (Salzstadel) oder der Mühlbach, der von mehreren Betrieben (z.B. Mair‘s Mühle) über die Jahrhunderte genutzt wurde.
Besonders bemerkenswert erscheinen architektonische Kostbarkeiten aus dem Mittelalter, die zum Teil durch habsburgische Schenkung (um 1500), in Kirchenbesitz kamen (Risschloss).
Die historischen Gebäude haben meist einen früheren Bau ersetzt. So auch die klassizistische Pfarrkirche zur hl. Margaretha, die über den Fundamenten einer Kapelle aus dem 14. Jhd. steht.
Heute präsentiert sich Flaurlings Dorfkern mit seinen revitalisierten Privathäusern als schmuckes Dorf mit starken historischen Wurzeln.


Das Risschloss

Das ehemalige Jagdschloss ragt wie eine Burg am südlich Waldrand über das Dorf. Mitte des 15. Jhds. läßt Erzherzog Sigmund, genannt der Münzreiche, den romanischen Kernbau zum Jagdschloss ausbauen.
1496 schenkt er es seinem ehemaligen Hofkaplan, dem Pfarrherrn Sigmund Ris. In den Folgejahren baute Ris das Schloss aus und erweiterte es um den Bibliotheksturm, die Kapelle und den Ansitz Risenegg, sodass der Volksmund von einer „Pfarrherrnburg“ sprach.
Der Humanist Ris hinterließ eine Stiftung, die u.a. eine umfangreiche Bibliothek beinhaltete.
Im Jahre 1745 erfolgte die Barockisierung, bei der auch der Außenbereich nach dem Vorbild barocker Gartenarchitektur neu gestaltet wurde. Für das heutige Erscheinungsbild ist, neben der gotischen und der barocken, die Renovierung mit Aufstockung des Ansitzes Risenegg im 19. Jhd. maßgebend.
Seit über 20 Jahren ist im gotischem Netzgratgewölbe des Risenegg die Pfarrbücherei untergebracht. Der modernisierte Barockgarten ist frei zugänglich und lädt zum erholsamen verweilen ein.
Am 8. Dezember findet im Barockgarten des Risschlosses alljährlich das vorweihnachtlich musikalisch / szenische Spiel des Kulturvereins statt.


Beim Müller

Anfang des 17. Jhds. wurde das Haus erstmals urkundlich als Molitor (Müller) erwähnt. Etwas später scheint der Name Mair im Zusammenhang mit dem Haus, erstmals auf. Die großzügige Bauweise, wie das Turmstiegenhaus läßt vermuten, dass das Gebäude ursprünglich nicht als Bauernhaus errichtet wurde. Auch die Quadermalerei im Hausinneren und Symbole in Reliefs über dem unteren Eingang stützen diese Vermutung. 1894 wurde der Müllermeister Johann Mair zum Amtsinhaber des Post- und Telegrafenamtes bestellt. Damit wurde das Postamt in das Müllerhaus verlegt. Seit 1976 wurden die Gemäuer mit den Gewölben in den unteren Geschossen kontinuierlich renoviert und restauriert. mehr lesen...


Mair's Mühle

Seit dem 16. Jhd. ist die Mühle im Besitz der Familie Mair. Sie vermahlte Korn von Bauern in Flaurling und Oberhofen zu Mehl. Die Mühle wurde über ein Wasserrad vom Mühlbach, der durch das Dorf führte, angetrieben. In den 1920er Jahren erfuhr die Mühle einen Umbau: Sie wurde um 2 Stockwerke erhöht und das Wasserrad durch eine Turbine ersetzt. Als 1961 der Mühlbach zur Energiegewinnung abgeleitet wurde, verstummte das Klappern der Mühle bald…
Fast vierzig Jahre stand die Mühle still, bis Frau Maria Mair, die Schwester des letzten Müllers, die Mühle restaurieren ließ. mehr lesen...


Pfarrkirche zur hl. Margaretha

Wo heute die Pfarrkirche zur hl. Margaretha steht, wurde 1326 eine Kapelle erwähnt. 1508 wurde dieses Kirchlein durch Sigmund Ris vergrößert. Es folgten weitere Umbauten in den Jahren 1574 und 1750. 1788 wurde die Kirche zur Pfarrkirche erhoben. 1836 wurde ein Langhaus zugebaut und die Richtung der Kirche verändert. Der Hochaltar ist seither an der Westseite der Kirche. 1875/76 wurde in der Kirche eine Orgel mit 21 Registern von Franz Weber aus Oberperfuß aufgebaut. 1957/58 erfolgte eine weitere Sanierung. Aus dieser Zeit stammt das Deckengemälde des Kunstmalers Wolfram Köberl. Im Jahre 2010 erfolgte die vorläufig letzte Renovierung des Kircheninnenraums.


Beim "Mugeler"

Das Flaurlinger Haus Neunergasse Nr.9, unmittelbar an die Nordseite der Pfarrkirche angrenzend, macht mit seinem markanten Hofbogen, dem wuchtigen Erker, dem reich verzierten und verschalten Giebelbundwerk, dem medaillonförmigen Fresko (Mariä Verkündigung) und der sonstigen Fassadenmalerei nicht den Eindruck eines Bauernhauses. Lediglich der separat errichtete Wirtschaftsteil, ebenfalls verschwenderisch mit Ziergiebelbundwerk geschmückt, verrät die spätere Funktion des alten Widums von Flaurling.
In einem Kaufbrief von 1320 ist erstmals ein Widum in Flaurling erwähnt. Damals war Pfarrer Marquard von Grins als erster Kirchherr in Flaurling (1306–1324) tätig. 1416 soll sich hier der Tiroler Landesfürst, der Habsburger Friedrich IV., besser bekannt als „Friedl mit der leeren Tasche“, auf der Flucht von Konstanz kommend, versteckt gehalten haben, bevor er sich der größeren Sicherheit wegen auf die Rofenhöfe ins hinterste Ötztal zurückzog.
1479 bis 1500 beherbergte das alte Widum den wohl berühmtesten Flaurlinger, den Pfarrherrn Sigmund Ris, 1431 in Sterzing geboren, Hofkaplan von Erzherzog Sigmund, hochgelehrt und kunstverständig. 1500 übersiedelte dieser in das heutige Widum im „Ris-Schloß“. Er starb 1532 im Alter von 101 Jahren. Sein Familienwappen ist seit 1982 das Flaurlinger Gemeindewappen.
1616 ließ die Pfarre mittels einer Getreidestiftung aus einem Zugebäude eine Lehrerwohnung errichten. Der südseitige Zubau wurde später zum Mesnerhaus. Ein späterer Besitzer des alten Widums mit dem Namen Neuner soll der damaligen Gasse ihren heute noch gültigen Namen gegeben haben: Neunergasse. Die Inschrift am Giebelbrett des Mugeler-Hauses Richtung Neunergasse lautet:
AMANDUS KAIN 1707 SEVERINUS MAIR MB MK.
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Beim "Schlössler" ehemals „Austrunkturm“ , Salzstr.13, Flaurling

Der Schlösslerhof, bis ca. 1900 auch Austrunkturm genannt, wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als typisch mittelalterlicher Wehrturm errichtet. Die Erbauer veräußerten den Turm an die Familie von Stöckl, die zur Liegenschaft weitere Grundstücke erwarb. Deren Nachkommen verkauften das Anwesen im Jahre 1383 an die angesehene Familie des Hans Austrunk aus Meran, die schon seit Meinhard II. die höchsten Ämter in der Grafschaft Tirol innehatten. Die Kaufsurkunden dazu sind im Museum Ferdinandeum aufbewahrt. Hans Austrunk baute den Turm zu einem Edelsitz um. Die Bezeichnung des Turmes erfolgte in dieser Zeit nach seinem Familiennamen.
Im Jahre 1398 verkaufte Austrunk den Besitz in Flaurling an das Stift Stams, das das Anwesen fast 170 Jahre durch Pächter bewirtschaften ließ. In dieser Zeit wurde der Turm nach Norden durch einen Anbau mit abgeschlepptem Dach erweitert. Die Kellerräume und die Räume im Erdgeschoß erhielten Tonnen- bzw. Kreuzgratgewölbe, ausgenommen ein Zimmer und die Stube eine Balkendecke.
Im Jahre 1565 erwarb die Adelsfamilie der Ottenthaler das Anwesen und behielten es über 230 Jahre. In diesen Jahren wurde das Obergeschoß mit Renaissancetäfelungen versehen. Im Jahr 1683 wurde die Fassade zeitgemäß gestaltet.
Im Jahre 1797 kaufte eine Witwe Khuen für ihren Sohn das Anwesen, dessen Nachkommen betreiben die Landwirtschaft bis heute. Am 30. Dezember 1884 zerstörte ein Brand das Wirtschaftsgebäude, das Turmdach und unter anderem auch die wertvollen Täfelungen im Obergeschoß. Beim Wiederaufbau wurde der Dachstuhl in der heutigen Form erstellt.
Im Jahre 1993 erwarben die heutigen Besitzer das einsturzgefährdete, aber geschichtsträchtige Gebäude und restaurierten es in den folgenden Jahren unter Aufsicht des Denkmalamtes mit viel Liebe, Geduld und Wertschätzung.          Alois und Anni Lair      Oktober 2011


Der "Goldene Adler"

1413 erstm. urkundlich erwähnt, spielte der Gasthof mit seinen Nebengebäuden über die Jahrhunderte als Umschlagplatz für Salz, als Lager für Korn, als Pferdewechselstation für Kuriere und als Herberge für Reisende eine wichtige Rolle.
Bei der Restaurierung der schmucken Fassade 1958 wurden die barocken Fresken freigelegt. Das älteste, datiert auf 1616, zeigt einen Salztransport, wie er seit Jahrhunderten durch das Dorf geführt wurde.
Die zum Gasthof gehören Gebäude, wie der Kornstadel und der Pferdestall, werden heute noch genutzt. Der Salzstadel wurde 1956 teilweise abgerissen und zu einem Wohnhaus umgebaut.
Heute ist der Gasthof für seine gute Küche bekannt. Wenn es die Zeit zulässt, weiß die Wirtin einiges über ihr Haus und seine Vergangenheit zu erzählen.


Der Kalvarienberg

Er wurde 1824 erbaut und besteht aus neuromanischen Kapellen mit Mosaiken nach Entwürfen des Künstlers Herbert Wachter (1966). Am höchsten Punkt steht die Hauptkapelle. Sie ist ein offener, auf Säulen ruhender Bau.
Der 1869 errichtete "Zinnenturm" mit der Figur „Christus im Kerker“ befindet sich direkt darunter. Von hier hat man einen wunderbaren Ausblick auf das Dorf und seine Umgebung.


Das E-Werk

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Beim "Rangger"

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Das Mesnerhaus

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Beim "Jaggeler"

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Beim "Mötzer"

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Der Isidorbrunnen

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